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Friedliches Nebeneinander von Heer und Störchen

Herr Hofrat Frank von der Naturschutzabteilung des Landes Steiermark, Vertreter des Bundesheers und Herr Prinz trafen sich am 6. Oktober zu einem "Storchenmanagement" in der Stadtgemeinde Zeltweg, um ein Konzept zu erarbeiten, damit durchziehende Weißstörche in Zukunft nicht mehr den Flugverkehr gefährden.

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Da man auch im nächsten Jahr damit rechnen muss, dass wieder einige Fremdstörche sich im Raum Zeltweg niederlassen, versucht man nun, militärnahe Wiesenflächen als Futterwiesen unattraktiv zu machen.

Man erschwert den Störchen die Suche nach Futter, indem man das Gras so wenig wie möglich mäht. Im Gegenzug sollen im Süden von Zeltweg geeignete Wiesen kurz gehalten werden, um die Suche nach Mäusen, Fröschen und Insekten zu erleichtern.

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Das Bundesheer wollte bei dieser Besprechung mit dem Bürgermeister von Zeltweg erreichen, dass die Stadtgemeinde mir das Füttern über den Winter verbietet, was natürlich heißen würde, dass die beiden Weißstörche Hansi und Lisa qualvoll verhungern müssten.

 

Ich bin daher sehr froh, dass der Bürgermeister von Zeltweg, Herr Hermann Dullnig, diesem Fütterungsverbot nicht zustimmte, zumal ich schon Herrn Hofrat Frank erklärt habe, dass ich mir das Füttern der beiden Störche nicht verbieten lasse. Es steht im Österreichischen Tierschutzgesetz, dass man kein Tier mutwillig verhungern lassen darf und es wäre eine Schande für Österreich, wenn man geschützten Weißstörchen einfach beim Sterben zusieht.


Anscheinend haben einige Vertreter des Bundesheers noch immer nicht verstanden, dass die Fütterung über den Winter keine Auswirkungen auf den Flugverkehr hat. Die Wintermonate verbringen die beiden Weißstörche fast nur im Horst, daher können sie den Flugbetrieb auch nicht stören. Im Frühjahr würde sich - sollten die Störche Hansi und Lisa nicht mehr diesen Horst besetzen - sofort ein anderes Storchenpaar in Zeltweg niederlassen. Jedes Jahr gab es Revierkämpfe mit anderen Paaren, die unser Hansi aber immer erfolgreich verjagt hat.

 

Bereits vor 6 Jahren - Hansi und Lisa lebten damals noch nicht in Zeltweg - haben sich über 30 Störche hier aufgehalten. Damals gab es noch den Draken, der nur dienstags flog - also hatte das Bundesheer kein Problem mit der Anwesenheit von Störchen. Jetzt aber gibt es keinen geregelten Flugplan mehr und man wird täglich - manchmal auch nach 22 Uhr - durch den Flugbetrieb belästigt.

 

Interessant ist auch die Tatsache, dass einerseits das Bundesheer seine Abfuhr medial als "friedliches Nebeneinander mit den Störchen" verkauft und andererseits, dass das Protokoll dieser Besprechung auch an die Landesjägerschaft ergangen ist. Und, obwohl ich zu dieser Besprechung nicht eingeladen war, werde ich im Protokoll erwähnt.

 

Machen wir uns nichts vor, die beiden Weißstörche und auch alle anderen Störche leben noch, weil es viele Storchenfreunde in Österreich und dem Ausland gibt, die Hansi und Lisa in ihr Herz geschlossen haben und die die Aktivitäten des Bundesheers gegen die Weißstörche im Aichfeld mit Protestmails und Anzeigendrohungen quittieren.

 

Ich möchte aus diesen Gründen meine Petition nach wie vor aufrecht erhalten, zumal immer wieder Tierfreunde unterschreiben, die auf diese mittlerweile sehr bekannten Störche aufmerksam geworden sind.

 

Herr Hofrat Frank erklärte in einem persönlichen Telefonat, dass kein Weißstorch jemals abgeschossen werden wird und dass Hansi und Lisa weiterhin unbehelligt in Zeltweg leben und natürlich weiterhin im Winter gefüttert werden können.

 

Meine Erfahrungen haben aber gezeigt, dass ein gewisses Misstrauen ratsam ist und ich werde die Aktivitäten des Bundesheers und ihres "Storchenexperten" im Auge behalten.

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Einen ausführlichen Bericht dazu gab es auch in der Kleinen Zeitung:

 

Die Störche weglocken statt wegstarren

Meister Adebar soll Jets künftig nicht mehr gefährden. Ein gestern besprochener Plan sieht vor, Flächen in Zeltweg für Störche unattraktiv zu machen, indem man sie wenig mäht.

Wer geglaubt hat, das Bundesheer hat das Storchenproblem in Zeltweg nach erfolgreich absolvierter Airpower vergessen, der irrt. Im Gegenteil: Jetzt will man Nägel mit Köpfen machen und eine dauerhafte Lösung finden. Zur Erinnerung: Heuer hatte sich eine ganze Storchenkolonie auf dem Fliegerhorst und in der Umgebung niedergelassen. So große Vögel können beim Start von Jets eine ernsthafte Gefahr darstellen. Bei der Airpower war die Aufregung besonders groß. Bereits legendär sind die vor der Flugshow angerückten Heeres-Einheiten, die die Vögel mit Blicken fixieren und so "wegstarren" sollten.

Lösung

Gestern gab es in Zeltweg einen runden Tisch, bei dem Lösungen besprochen wurden. Denn es gilt als sicher, dass sich auch nächstes Jahr wieder durchziehende Störche für eine Weile in der Region niederlassen.

Man weiß bereits, wohin die Reise geht. Siegfried Prinz vom Naturschutzzentrum Bruck, der sich vor der Airpower um das Storchenproblem gekümmert hatte, war gestern mit von der Partie. "Wir wollen ein Flächenmanagement betreiben. Das heißt, auf dem Fliegerhorst und den umliegenden Grundstücken soll so wenig wie möglich gemäht werden", sagt Prinz. Denn hohes Gras sei für die Störche unattraktiv, weil sie wenig Futter finden.

Außerhalb der Gefahrenzone, etwa im Bereich Großlobming, sollen die Grundstücke dafür umso attraktiver gestaltet werden. Das bedeutet häufiges Mähen, um den Tisch für die Störche zu decken und die Sicht auf Frösche, Mäuse und anderes Getier freizugeben.

Oberstleutnant Michael Stachowetz vom Militärkommando Steiermark beschreibt eine weitere mögliche Maßnahme: "Wir können uns auch vorstellen, dort Plastikstörche aufzustellen. Denn dort, wo durchziehende Störche ihre Artgenossen sehen, lassen sie sich eher nieder." Nächster Schritt ist, mit den Besitzern der Grundstücke Kontakt aufzunehmen, auch mit der Landwirtschaftskammer wird gesprochen.

Kein Abschuss

Ein Motor hinter den aktuellen Bemühungen ist Peter Frank, stellvertretender Chef der Naturschutzabteilung des Landes. Auch er war beim gestrigen runden Tisch zum Thema Störche dabei. "Wir wollen hier eine Lösung finden, mit der das Bundesheer sowie Tier- und Naturschützer leben können", sagt Frank. In keinem Fall geben wird es Abschüsse oder ein Fütterungsverbot, ist sich Peter Frank mit Michael Stachowetz vom Bundesheer einig.

Das freut Storchenmutter Monika Tielitz, die die beiden in Zeltweg ansässigen Störche Hansi und Lisa betreut und sie im Winter auch füttert. Sie wurde gestern von Peter Frank persönlich über die neuen Pläne informiert. "Ich bin zur Mitarbeit bereit", sagt sie. Sie sehe ein, dass zu viele Störche Probleme bereiten.

Über den Winter sollen die Weichen gestellt werden, denn die ersten Störche könnten sich bereits im Frühjahr in der Region niederlassen.

JOSEF FRÖHLICH

 

(Quelle: Kleine Zeitung vom 7.10.2011)

7.10.2011

 

 

 

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